Digitale Wegeverwaltung

Für den Wanderverband Norddeutschland hat das Zeitalter der digitalen Wanderwege-Verwaltung begonnen.

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Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, Präsident des Deutschen Wanderverbandes und Reinhard Schlothauer, 1.Vorsitzender des Wanderverbandes Norddeutschland unterzeichnen den Kooperationsvertrag zur digitalen Wegeverwaltung.

Die Mitgliedsvereine des Deutschen Wanderverbandes haben vereinbart, ihre Wanderwege mit Hilfe eines neu entwickelten Online-Programms zu analysieren und zu verwalten.

Die Wegeexperten der deutschen Gebirgs- und Wandervereine nutzen heute meist noch gedruckte Karten, um darauf die Informationen zu den von ihnen betreuten 200.000 Kilometern Wanderwege einzuzeichnen. Ändern sich beispielsweise Wegeverläufe, werden sie auf einer neuen Karte eingetragen. Zukünftig, so will es der Deutsche Wanderverband, sollen die deutschen Wanderwege in einem einheitlichen System online verwaltet werden. Damit können unter anderem Wegeverläufe gezeichnet, Streckenlängen berechnet, Höhenprofile erstellt, Wegweiser-Standorte kartiert und alle Daten zu den Wegen verwaltet werden. Dieses System ist vom DWV im Rahmen eines Projektes zur Praxisreife entwickelt worden. „Digitale Wanderwegeverwaltung als Beitrag zum ehrenamtlichen Naturschutz“ startete im Februar 2009 und wurde am 28. Februar 2011 abgeschlossen.

Das Projekt wurde vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert und von einem interdisziplinären Beirat betreut, in dem unter anderem vertreten waren: Wandervereine, der Deutsche Alpenverein, die Landesvermessung, der Verband Deutscher Naturparke (VDN) sowie Europarc, die Dachorganisation der Nationalen Naturlandschaften. Mit dem Projekt wurden drei wesentliche Ziele verfolgt: 1. die Entwicklung der Wegeverwaltungs-Software, 2. die Schulung der ehrenamtlichen Wegebetreuer und 3. die Verbindung der Planung und Pflege von Wanderwegen mit den Interessen des Naturschutzes.

1. Die Wegeverwaltungs-Software

Die Online-Wegeverwaltung ist praxiserprobt und steht ab sofort wegebetreuenden Organisationen zur Verfügung. Wesentliche Vorteile der Software sind: Sie bietet deutschlandweit einheitliche Standards für die Wegeverwaltung sowie einfache Exportmöglichkeiten der Wegedaten, sie erlaubt eine zentrale Datensicherung und ermöglicht einen leichten Austausch zwischen den wegebetreuenden Organisationen. Die Nutzung ist kostenpflichtig, der Mindestbeitrag beträgt jährlich 100 Euro für Wandervereine oder 200 Euro für Fördermitglieder im Deutschen Wanderverband, die mit dem DWV einen Nutzungsvertrag abschließen können.

2. Schulung der ehrenamtlichen Wegebetreuer 

Im Rahmen des geförderten Projektes sind in vier Pilotschulungen 35 Wegeexperten geschult worden. Das Thema Naturschutz ist ein wesentlicher Bestandteil bei den Qualifizierungen. Vom 16.-18. März 2011 wird die erste offene Schulung für interessierte Wandervereine angeboten. In Bayern, im Vogtland und in weiteren sächsischen Regionen sind Termine geplant, um das Projekt vorzustellen und Schulungen durchzuführen.

3. Die Verbindung der Planung und Pflege von Wanderwegen mit den Interessen des Naturschutzes

Die Software stellt flächendeckend die Schutzgebiete in Deutschland dar. Diese Daten werden vom Bundesamt für Naturschutz zur Verfügung gestellt. Bisher mussten die Wegeexperten diese Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammentragen. Mit der neuen Software können nun bei der Planung, Pflege oder Umlegung von Wegen sofort die besonders schützenswerten Lebensräume berücksichtigt werden. Erik Neumeyer: „Mit der digitalen Wegeverwaltung wollen wir auch die regionale Zusammenarbeit zwischen den Wandervereinen und den Naturparken stärken.“

Weitere Informationen:

Die Internetseite www.wegeverwaltung.de stellt die Online-Wegeverwaltung vor und bietet auch Informationen zum Thema Naturschutz. Angemeldete Nutzer der Software können sich hier direkt für die Wegeverwaltung einloggen. 

Am 31. März 2011 bietet der Deutsche Wanderverband in Kassel einen Informationstag zur Online-Wegeverwaltung für Wandervereine, Großschutzgebiete und touristische Regionen.