Ehrung von Frank Schlinzig

Ehrung von Frank Schlinzig

Frank Schlinzig, Eggerskoppel in Glinde, ehemaliger Hauptwanderwart des Deutschen Wanderverbandes und derzeitiges Ehrenmitglied, erhielt am 17.Juli 2014, vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Albig, die Frank Schlinzig, Eggerskoppel in Glinde, ehemaliger Hauptwanderwart des Deutschen Wanderverbandes und derzeitiges Ehrenmitglied, erhielt am 17.Juli 2014, vom Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Albig, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Frank Schlinzig engagiert sich seit über vier Jahrzehnten in der Wanderbewegung. Er ist Wegewart und hat diese Aufgabe im Norddeutschen Raum, im Deutschen Wanderverband und auf internationaler Ebene wahrgenommen. Seit Mitte der 70 er Jahre kümmert er sich um die Förderung des Wandertourismus und koordiniert bis heute die Wegearbeiten im nördlichen Deutschland. Daneben war er über 2 Jahrzehnte Fachwart im Deutschen Wanderverband.
 
Frank Schlinzig hat den Wandergedanken auch in Europa mit popularisiert. Er war Vorsitzender der Wegekommision der Europäischen Wandervereinigung und hat viele neue Europäische Wanderwege miteröffnet. In der Zeit der politischen Wende ab 1989 hat er zudem die Anbahnung von Kontakten über Grenzen hinweg ermöglicht. Er war Mitautor der Allgemeinen Grundsätze für die Wegemarkierung in Europa und zahlreicher Fachpublikationen. Frank Schlinzig
engagiert sich auch im Heimat- und Bürgerverein Glinde.
 
Bereits 2003 erhielt Frank von der Ministerpräsidenten Simonis die Ehrennadel des Landes
Schleswig-Holstein.
Zum 82. Deutschen Wandertag 1982 in Eutin erschien, herausgegeben vom damaligen Deutschen Wanderverlag (KOMPASS), eine Übersichtskarte mit den Europäischen Fernwanderwegen und Hauptwanderwegen und auf dieser Karte wurde ein Mangel sichtbar, denn der ganze Norden Deutschlands hatte außer der Route der Fernwanderwege E 1 (>Nordsee-Bodensee-Gotthard-Mittelmeer<) und E 6 (>Ostsee-Wachau-Adria<) nicht viel zu bieten. Das Wanderwegenetz Hamburg und Umland (ca. 600 km), fand, da nicht überregional, hier keine Erwähnung. Wandern begann eigentlich erst an der Weser, nahm man die Information dieser Übersichtskarte wahr. Es war der Anstoß sich auch um überörtliche Wanderwege zu bemühen und Wanderer unseres Verbandes nahmen sich der Herausforderung an.

Eingebunden war hier schon als Hauptwegewart unser Mitglied Frank Schlinzig als Vertreter des Nordens beim Deutschen Wanderverband, wo er später als Fachwart berufen wurde und damit auch den Sitzungen der Europäischen Wandervereinigung (EWV) teilnahm. Sein Wissen und seine Art sich mitzuteilen fand große Anerkennung und führte zur Wahl als Vorsitzender der Wegekommission. Die Öffnung der Mauer in Berlin erlebte er bei einer internationalen Sitzung der EWV im Saarland und damit vergrößerte sich im Anschluss sein Arbeitsgebiet erheblich. In der Folgezeit wurde sein Name zu einer Adresse und er entzog sich nicht der Belastung durch umfassende Reisetätigkeiten von Bulgarien bis an die Ostseeländer, zu vielfachen Gesprächen bei Mitgliedern von Wanderorganisationen in der ehemaligen DDR, welche versuchten sich neu zu finden. So wie er sich ausdrückte, hat er viele Sofas nächtlicher Weise kennen gelernt und wirkte selbst auch als vielfacher Gastgeber, unterstützt von seiner verständnisvollen Frau Anneliese. So trug er auch bei zum gegenseitigen Verständnis zwischen Ost und West, im nationalen wie internationalen Rahmen, half die Mauern in den Köpfen zu beseitigen. Den Präsidenten der EWV und des Deutschen Verbandes war er immer ein große Hilfe. Und es war ihm ein besonderes Anliegen die Menschen in den neuen Bundesländern einzubinden in die Gemeinschaft der Wanderer Deutschlands und Europas.

Wanderer unseres Verbandes erlebten ihn bei seiner Tätigkeit um die Wanderwege im Norden Deutschlands und auch als Wanderführer, besonders aber auch beim Werben um die Sache des Wanderns. Er betonte immer die Ausgewogenheit unserer Verbandsarbeit zwischen dem Wandern selbst und dem Erkennen von Heimat und dem Naturerhalt. Dazu bedarf es den Wanderweg, wie sich ausdrückte, und man muss auch etwas dafür tun. „Wandern allein genügt nicht!“, für eine Wanderstruktur muss man sich einsetzen. Dies hat unser Wanderfreund Frank immer getan und die Ehrung, 25 Jahre nach dem Mauerfall, ist nicht nur die Anerkennung seiner Tätigkeit diesseits und jenseits von Grenzen, sondern auch des Wanderns.
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